»Sich dem Fluss des Lebens anvertrauen...«
Die Nahe bei Staudernheim
Simone Beisiegel - Heilpraktikerin für Psychotherapie

Gesprächsführung nach Carl Rogers (1902 – 1987) 

Kennen Sie die Situation? Sie möchten einfach nur erzählen, was Sie erlebt haben. Doch Ihr Gegenüber gibt Ihnen ungefragt gut gemeinte Ratschläge, teilt Ihnen mit, was Sie anders hätten machen können und trägt zum Schluss noch eine eigene Geschichte vor, die der Ihren ähnelt...

Ach, wäre es schön, wenn uns jemand einfach nur zuhören würde!

Um dieses Thema geht es bei der Arbeit des amerikanischen Psychologen Carl Rogers. Er konzentriert sich bei der Entwicklung seiner ‚Klientenzentrierten Psychotherapie’ primär auf die Haltung des Therapeuten. Der Klient ist gleichberechtigt und ebenbürtig. Er wird nicht belehrt, bevormundet oder bemitleidet. Unabhängig von allen problematischen Themen, heftigen Gefühlen oder ‚dunklen Taten’. Die Grundvoraussetzung für die Entwicklung eines Klienten sieht Rogers in drei Qualitäten, über die der Therapeut verfügt:

  1. Das uneingeschränkte Akzeptieren und die Wertschätzung des Klienten, sowie das Annehmen dessen, was sich zeigt. Den Menschen so sein lassen, wie er ist: wertvoll ohne zu bewerten.
  2. Empathie: das einfühlende, mitfühlende Verstehen. Die Welt aus der Sicht des Klienten sehen, sich auf diese einlassen, darin heimisch werden. Wiedergeben von Gefühlen, Erlebtes ansprechen, aber auch mit allen Sinnen zuhören können. Es dem Klienten ermöglichen, sich mitzuteilen und auszudrücken. Einen Dialog entstehen lassen.
  3. Echtheit – wahrhaftig sein: Der Therapeut zeigt bei Äußerungen des Klienten eigene Gefühle und Gedanken. Gesprochenes und Unausgesprochenes stimmen überein. So sein und sich ausdrücken, wie man ist, und sich dabei annehmen